Blogrunde Fotos bei Tumblr Strickblog
Samstag, 28. Januar 2017
Gestern im Kaufhaus
Hallo, hier bin ich! Ich habe auf Dich gewartet. Komm, nimm’ mit, ich mag nicht mehr hier neben all’ den anderen auf einem Bügel hängen, angefasst, anprobiert und wieder zurückgehängt werden und Fusseln ansammeln. Ich habe auf Dich gewartet, mich für Dich aufgehoben. Ich habe Deine Lieblingsfarbe, bin wunderbar weich, werde Dich wärmen an kalten Tagen. Nun komm… probier’ mich an, wirst sehen, ich passe Dir wie angegossen. Haaalt, nicht vorbeigehen! Nein… nicht doch, nicht dieses graue, kratzige Ding. Mich willst Du, mich. Du musst es doch sehen, mein wunderbares dunkles Blau? Nun komm, zier’ Dich nicht, Du willst mich doch auch. Warum solltest Du sonst hier mit all den anderen Leute die Angebote durchsuchen. Merkst Du, wie die anderen drängeln und schubsen? Beeil’ Dich, sonst schnappt mich am Ende eine andere. Hey, was machst Du? Hier bin ich, nun lass’ Dich doch nicht so bitten. Ja… ja, hier bin ich, noch einen Schritt, gleich hast Du mich. Nein, noch ein Stück weiter. Hier… hier.. ich, der dunkelblaue… Ja! Fühl mal – Wolle und Kaschmir, nicht so rauh synthetisch, wie ddie anderen.Jetzt probier’ mich schon an, wirst sehen, ich habe genau Deine Größe. Siehst Du, wir sind für einander gemacht. Jetzt nimm mich schon mit, lass’ mich nicht hier hängen. Hast Du mein Preisschild gesehen? Also ich will mich ja nicht selbst loben, aber hey, mein Material und zu dem Preis… und Du hast doch gesehen, wie gut ich Dir passe. Siehst Du, da ist auch glich die Kasse, musst gar nicht lange warten. Nun gib' Dir einen Ruck.
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Mittwoch, 25. Januar 2017
Schneeflöckchen, Weißröckchen…
Flocken wirbeln, filigrane Sternchen haben sich zu großen fluffigen Flocken zusammengetan, bald wird alles tief verschneit sein. Das Licht verändert sich, alles wird hell, still und feierlich. Eine weite weiße Fläche lädt ein, die ersten Spuren auf ihr zu hinterlassen. Die winterliche Form kahler Bäume tritt weiß umrissen deutlicher hervor. Heimliches Leben hinterlässt plötzlich Spuren – Reiher auf dem Eis, Kaninchen auf der Wiese.

Hektisches Blinken und Lärm am frühen Morgen, die Fußwege werden glatt poliert, obwohl man auf festgetretenem Schnee viel weniger rutscht. Es wird gestreut. Für Wochen wird es bei jedem Schritt knirschen, diese Steinchen werden ihren Weg überallhin finden: in Stiefel, Treppenhäuser, Flure. Die erste Berührung verfärbt den Schnee, nach und nach wird er in eine betonharte schmutzigbraune Masse verwandelt, die sich an Straßenrändern ewig hält.

Mein Verhältnis zum Winter ist zwiespältig, sehr zwiespältig.
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